Amerikaner stellen die Ernährungspyramide auf den Kopf – mehr Fleisch und Fett, weniger Brot

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. stellte neue Ernährungsempfehlungen vor
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. stellte neue Ernährungsempfehlungen vor, die festlegen, was künftig in Schulen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Militärbasen und staatlichen Hilfsprogrammen serviert wird. ©  IMAGO / UPI Photo

Die Trump-Regierung ändert die Ernährungspyramide: Fleisch und Fett steigen auf, Brot verliert an Bedeutung. Herzexperten warnen.

Lange galt die Devise als unumstößlich: wenig Fett, wenig rotes Fleisch, dafür viel Vollkorn. Dieses Leitbild gerät nun ins Wanken. In den USA richten sich die staatlichen Ernährungsempfehlungen neu aus. Eiweiß, tierische Produkte und Fett gewinnen an Gewicht. Selbst Butter und Rindertalg gelten wieder als akzeptabel. Vollkorn spielt nur noch eine Nebenrolle. Die Ernährungspyramide der USA betrifft dabei weit mehr als private Essgewohnheiten. Sie legt fest, was in Schulen, Krankenhäusern, Militärbasen und staatlichen Hilfsprogrammen auf den Teller kommt.

Der Kurswechsel richtet sich weniger auf eine Aufwertung von Fleisch als auf eine Abkehr von Fertigessen. Ziel ist es, stark verarbeitete Produkte zurückzudrängen. Eine große wissenschaftliche Übersichtsarbeit, auf die sich die neuen Leitlinien stützen, verbindet ihren hohen Konsum mit erhöhten Risiken für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Depressionen und Demenz.

Was sich an der Ernährungspyramide in den USA konkret ändert

Die neue Ordnung stellt die bisherige Pyramide auf den Kopf. Proteinquellen rücken nach oben, Brot und Getreide verlieren an Gewicht. Besonders deutlich wird das bei der Eiweißempfehlung. Erwachsene sollen künftig 1,2 bis 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Das sind 50 bis 100 Prozent mehr als bisher empfohlen.

Für eine Person mit 70 Kilogramm Körpergewicht entspricht das einem Tageswert von bis zu 112 Gramm Protein. Diese Menge liegt über dem Bedarf vieler Menschen. Fachleute halten sie vor allem bei Krafttraining oder während einer Gewichtsabnahme für sinnvoll, nicht jedoch pauschal für die gesamte Bevölkerung.

Genannt werden Proteinquellen aus Fleisch, Geflügel, Fisch, Eiern und Milchprodukten. Auch Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Soja gehören dazu. Eine klare Priorisierung pflanzlicher Proteine bleibt jedoch aus, obwohl sie mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem früheren Tod verbunden sind.

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