Um es gleich vorweg zu sagen: Es gibt kein einheitliches, festes, universelles Bild, das jeder Mensch gleich wahrnimmt. Das Gehirn ist einzigartig, geprägt von unserer Geschichte, unseren Emotionen und unseren Erinnerungen. Neurowissenschaftler sind sich daher in einem wesentlichen Punkt einig: Diese Erfahrung ist zutiefst persönlich. Die Untersuchung von Extremsituationen, insbesondere Berichte von Menschen, die nur knapp einer kritischen Lage entgangen sind, ermöglicht es uns jedoch, gemeinsame Mechanismen zu identifizieren.
Warum tauchen bestimmte Bilder häufig in Zeugenaussagen auf?
Viele Berichte schildern verblüffend ähnliche Empfindungen: ein Gefühl des Schwebens, rasend schnell aufblitzende Erinnerungen oder ein intensives Gefühl der Ruhe. Diese seit Jahrzehnten erforschten Erfahrungen sind für Wissenschaftler von besonderem Interesse, da sie wertvolle Hinweise auf die Gehirnfunktion liefern, wenn der Körper in eine extreme Anpassungsphase eintritt.
Der Arzt und Forscher Sam Parnia berichtet in seiner Arbeit über das Bewusstsein, dass viele Menschen eine beschleunigte Rückschau auf wichtige Momente in ihrem Leben beschreiben, als ob das Gehirn eine letzte große emotionale Sortierung vornehmen würde.






