Brand in der Schweiz: Mutter eines vermissten Jungen bricht ihr Schweigen und trifft eine radikale Entscheidung Mehr dazu

Silvester in Crans-Montana: Mutter startet Hilfeaufruf nach dem Verschwinden ihres Teenagers

„Mein Sohn Arthur Brodard, geboren am 22. Februar 2009, gehört zu den Opfern des Brandes in Crans-Montana. Wir wissen nicht, ob er lebt und wo er ist. Wenn ihr Informationen habt, in welchem Spital er ist, meldet euch!“ – Diese wenigen Zeilen von Laetitia Brodard-Sitre auf Facebook verbreiteten sich wie ein Lauffeuer durch die sozialen Medien. Fast 7.000 Menschen teilten ihren verzweifelten Hilferuf, hunderte kommentierten mit Worten des Mitgefühls.

Der 15-jährige Arthur aus der Westschweiz war mit Freunden zum Feiern in die Bar gegangen. Seitdem ist er spurlos verschwunden. „Es sind fast 24 Stunden vergangen, seit Arthur verschwunden ist, und wir haben keine Neuigkeiten. Ich erlebe einen Alptraum, einen wahren Alptraum“, schilderte die Mutter gegenüber Le Temps ihre Verzweiflung.

Sie hoffe, dass das Bild ihres Sohnes „um die Welt geht.“ Aufgeben kommt für Brodard-Sitre nicht infrage. „Ich werde Arthur finden, ganz sicher. Ich werde nicht darauf warten, dass ihn jemand findet, ich werde selbst das Notwendige tun.“ Noch in derselben Nacht fuhr sie zum Universitätsspital Lausanne, um persönlich nach ihrem Sohn zu suchen. Der Staatsrat spricht inzwischen von einem „Flashover“. Doch wie genau es zu dem Brand kam, ist noch unklar.

Auch Giovanni aus Bologna vermisst – Instagram-Account und Hilfenummer für Angehörige

Ähnlich geht es auch Carla Masiello aus Bologna, die um ihren 16-jährigen Sohn Giovanni Tamburi bangt. „Wir rufen alle Spitäler an, aber niemand weiß etwas, zumal die Eingelieferten in einem furchtbaren Zustand sind“, berichtete sie der italienischen Zeitung La Repubblica. Giovanni verbrachte die Feiertage mit seinem getrennt lebenden Vater in dessen Schweizer Haus. Am Silvesterabend war er zunächst mit Mailänder Freunden zum Essen im Chalet, bevor die Gruppe in die Bar „Le Constellation“ wechselte.

Masiello habe Kontakt mit einem der Freunde gehabt. Die Jugendlichen seien demnach nach dem Ausbruch des Feuers geflohen. „Er erzählte mir (…), dass Giovanni hinter ihm war, dann hat er ihn plötzlich nicht mehr gesehen“, so Masiello. Als Erkennungsmerkmal trug Giovanni eine goldene Halskette mit einer Madonnenfigur.

Inzwischen wurde neben einer Hilfenummer (0848 112 117) auch ein Instagram-Account eingerichtet, über den Angehörige nach Vermissten suchen. Die Plattform soll wieder entfernt werden, sobald alle Betroffenen gefunden sind. Auf den geteilten Fotos sind fast ausschließlich junge Menschen zu sehen. (Quellen: dpa, Facebook, Le temps, La Repubblica) (jaka)

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