Das Lachen, das mir im Halse erstarb
Ich lachte laut.„Vorsicht!“ , rief ich. „Das Brot könnte dir die Zähne ausbrechen!“Es folgten ein paar Lacher – aber weniger als sonst.Irgendwie stimmte etwas nicht.Ich hob den Zettel auf und erwartete eine weitere Ausrede, ihn zu verspotten. Ich faltete ihn auseinander und las ihn laut vor, wobei ich jedes Wort übertrieb
„Mein lieber Sohn,
verzeih mir. Heute hatte ich nicht genug für Butter und Käse. Ich habe heute Morgen aufs Frühstück verzichtet, damit du dieses Brot mitnehmen kannst. Es ist alles, was wir haben, bis ich am Freitag mein Gehalt bekomme. Iss es langsam, damit es länger reicht. Lern fleißig. Du bist mein ganzer Stolz und meine Hoffnung. Ich liebe dich von ganzem Herzen.
– Mama.“
Meine Stimme verstummte, bevor ich das Ende erreicht hatte.
Stille lastete schwer auf uns.
Auf dem Spielplatz wurde es still.Nicht unangenehme Stille.Schwere Stille.Die Art, bei der niemand atmetIch sah Evan an.Er weinte leise, die Hände vors Gesicht geschlagen – nicht vor Traurigkeit.Aus Scham.Ich blickte auf das Brot hinunter.Das war kein Müll.Das war das Frühstück seiner MutterDas war Hunger, der in Liebe verwandelt wurde.Und zum ersten Mal in meinem Leben ist etwas in mir zerbrochen.
Der volle Magen, der sich leer anfühlte
Mein eigenes Mittagessen stand unberührt auf einer nahegelegenen Bank – eine Ledertasche, importierter Saft, Gourmet-Sandwiches, zubereitet von jemandem, der dafür bezahlt wurde, sich mehr darum zu kümmern als meine Eltern.Ich wusste gar nicht, was da drin war.Meine Mutter hatte mich seit drei Tagen nicht nach meinem Tag gefragt.Mein Vater war die ganze Woche nicht zu Hause gewesen.Mir war übel – aber nicht im Magen.In meiner Brust.Ich war voll von Essen und innerlich leer.Evan war hungrig – aber er trug eine so große Liebe in sich, dass jemand bereit war, für ihn zu verzichten






