Merz will die Bundeswehr zur größten konventionellen Armee der EU machen. Doch der Weg dorthin ist langwierig, räumt der Kanzler vor den militärischen Führungskräften ein. Er fordert mehr Tempo – und eine andere Mentalität, besonders bei der Beschaffung.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Aufwuchs der Bundeswehr zur Eile und zu einer neuen Mentalität gemahnt. “Wir müssen schnellstmöglich verteidigungsfähig werden”, sagte Merz in einer Videobotschaft für die Bundeswehrtagung in Berlin. “Wir wollen die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee in der Europäischen Union machen, wie es einem Land unserer Größe und unserer Verantwortung angemessen ist.” Der Kanzler betonte: “Dabei haben wir keine Zeit zu verlieren.” Deutschland habe “große Anstrengungen” vor sich.
Merz ermunterte die Offiziere bei der Beschaffung zu mehr Tempo – und einem radikalen Mentalitätswechsel. “Den Bedrohungen von heute können wir nicht mit den Verwaltungsvorschriften von gestern begegnen.” Das Gebot der Stunde laute “Möglich machen”. Die Bundeswehr müsse schnell wachsen.
Merz hob allerdings hervor: “Nicht Schiffe, nicht Panzer, nicht Flugzeuge machen unser Land verteidigungsfähig. Es braucht vor allem Soldatinnen und Soldaten.” Die Bedrohung durch Russland sei “real”, begründete der Kanzler seinen Appell. “Wir sehen sie auch in Deutschland mit hybriden Angriffen jeden Tag. Wir sehen Sabotage, Spionage, Cyberangriffe, Drohnenüberflüge, Auftragsmorde und gezielte Desinformation.”







