
USA beschlagnahmen Tanker unter russischer Flagge
Das Schiff, das derzeit keine Ladung hat, transportierte in der Vergangenheit venezolanisches Rohöl. US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember eine Seeblockade gegen »sanktionierte Öltanker« verkündet, die Venezuela anlaufen oder verlassen.
Die US-Küstenwache versuchte im vergangenen Monat in der Karibik, die »Bella 1« zu entern, als sie sich mutmaßlich auf dem Weg nach Venezuela befand. Daraufhin änderte das Schiff drastisch seinen Kurs – und seinen Namen in »Marinera«. Anschließend fuhr es Berichten zufolge unter russischer Flagge statt unter guyanischer. Die US-Marine soll das Schiff seit vergangenem Monat verfolgt haben, auch auf seinem Kurs gen Europa.
Das Entern des Tankers könnte größere diplomatische Spannungen nach sich ziehen. Russlands Außenministerium erklärte bereits am Morgen, es beobachte die Situation um den Tanker »mit Sorge«. Das Schiff fahre in internationalen Gewässern im Nordatlantik und segele unter russischer Flagge. Es halte sich an alle Regeln. »Für uns ist unklar, warum ein russisches Schiff erhöhte und in jedem Fall unverhältnismäßige Aufmerksamkeit des US-Militärs und der Nato erhält«, heißt es aus Moskau.
Die USA haben laut Angaben des US Southern Command einen zweiten Öltanker beschlagnahmt, diesmal in der Karibik. Das Schiff, ein »staatenloser, sanktionierter Tanker der dunklen Flotte«, wurde in einer Operation vor Tagesanbruch festgesetzt, fügt das Militär hinzu. »Das beschlagnahmte Schiff, die ›M/T Sophia‹, war in internationalen Gewässern unterwegs und führte illegale Aktivitäten in der Karibik durch«, heißt es in einer Erklärung des US-Militärs. »Die US-Küstenwache eskortiert die ›M/T Sophia‹ zur endgültigen Entsorgung in die USA.«





