In einem alten Kassenbuch in seinem Atelier fiel ihm eine Zeile ins Auge: „Siebenköpfige Familie: Vater, Mutter, zwei Töchter, drei Söhne, kürzlich freigelassen. Der Vater besteht darauf, dass alle Kinder gezeigt werden.“
Durch den Abgleich mit städtischen Aufzeichnungen, Dokumenten ehemaliger Sklaven und Steuerarchiven taucht schließlich ein Name auf: James Washington, Besitzer eines kleinen Grundstücks in Richmond ab 1873, lebte dort mit seiner Frau Mary und ihren fünf Kindern.
Die Altersangaben stimmen überein. Das kleine Mädchen mit dem Mal am Handgelenk heißt Ruth.
Vom stillen Leid zur Weitergabe:
Archive belegen, dass die Familie Washington vor dem Bürgerkrieg auf einer nahegelegenen Plantage versklavt war. Zeitgenössische Berichte beschreiben besonders harte „Kontrollmethoden“, vor allem gegenüber Kindern, um Mütter daran zu hindern, sie mit auf die Felder zu nehmen.
Später erwähnen offizielle Dokumente eine medizinische Untersuchung, die ergab, dass Ruth unter bleibenden körperlichen Folgen und starker Nervenempfindlichkeit litt. Trotz dieser gewalttätigen Vergangenheit zeigen die Aufzeichnungen eine langsame Genesung: James wurde Arbeiter und später Landbesitzer, Mary arbeitete unermüdlich, und die Kinder lernten lesen.
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