Ich hatte unser Strandhaus seit 26 Jahren nicht mehr betreten – nicht seit Julie und ich in die Stadt gezogen sind.
Sie kam weiterhin viermal im Jahr, treu und fast schon rituell. Ich fand immer Gründe, nicht mitzukommen: Arbeit, Golf, Arztbesuche, schlichte Faulheit. Damals ahnte ich nicht, wie sehr mich diese Entscheidung später einholen würde.
Sechs Monate nach Julies Tod begannen meine Kinder – Marcus und Diana – mich wie Geier zu umkreisen.
„Papa, verkauf endlich dieses nutzlose Haus“, wiederholte Marcus fast wöchentlich. „Es kostet dich Unsummen.“
Diana fügte hinzu: „Du wirst da doch nie hingehen. Warum solltest du es behalten?“
Sie behandelten mich wie eine alternde Last, die ständiger Aufsicht bedurfte. Vielleicht hatte die Trauer meinen Verstand getrübt, aber ich war nicht hilflos. Und etwas in mir flüsterte mir zu, dass ich Julies geliebten Zufluchtsort ein letztes Mal sehen musste, bevor ich ihn aufgab.
An einem ruhigen Samstagmorgen fuhr ich also die drei Stunden nach Palmetto Cove. Das rostige Tor knarrte, als ich es berührte – meine Tochter hatte mir erzählt, das Haus sähe verlassen aus, als würde es jeden Moment zusammenfallen. Ich wappnete mich für abblätternde Farbe, wucherndes Unkraut und schimmelige Wände.
Doch in dem Moment, als ich das Tor aufstieß, erstarrte ich.
Der Vorgarten war makellos – frische Blumen, gemähter Rasen, reparierte Verandatreppe. Alles war liebevoll gepflegt. Hier wohnte jemand.
Verwirrt und beunruhigt näherte ich mich. Kinderlachen drang von hinter dem Haus herüber. Dann hörte ich die warme Stimme einer Frau, die Spanisch sprach. Nichts davon ergab einen Sinn. Julie hatte zuvor nie jemanden erwähnt.
Gerade als ich die Veranda erreichte, schwang die gelbe Haustür – Julies Lieblingsfarbe – auf. Eine kleine, etwa Mitte fünfzigjährige Latina stand da und hielt ein Geschirrtuch in der Hand. Sobald sie mich sah, erbleichte sie.
„Señor Howard“, flüsterte sie, als hätte sie einen Geist gesehen.
Sie kannte meinen Namen.
Bevor ich etwas sagen konnte, füllten sich ihre Augen mit Tränen.
„Señora Julie … sie ist tot?“
„Ja“, antwortete ich fassungslos. „Sie ist vor sechs Monaten gestorben.“
Die Frau presste das Handtuch auf ihre zitternden Lippen. „Bitte kommen Sie herein. Ich werde Ihnen alles erklären.“
Drinnen war das Haus nicht verlassen – es wimmelte von Leben. Familienfotos, Kinderzeichnungen, der vertraute Duft von Essen. Ein Zuhause. Nicht meins.
„Haben Sie hier gewohnt?“, fragte ich.
Sie nickte. „Fünfzehn Jahre lang. Señora Julie … sie hat uns gerettet.“
Mein Herz raste. „Hast du mich gerettet? Wovor?“
In diesem Moment sagte sie mir etwas, das alles, was ich über meine Frau zu glauben glaubte, erschütterte.
„Nach Hurrikan Isabel haben wir alles verloren“, sagte sie. „Ihre Frau hat uns hierher gebracht. Sie hat uns ein Zuhause gegeben. Sie hat die Krebsbehandlung meines Mannes bezahlt. Sie hat sich um uns gekümmert wie um ihre eigene Familie.“
Meine Beine waren praktisch festgeschnallt.
Julie hatte eine Familie ernährt … heimlich? Fünfzehn Jahre lang?
Doch die nächste Enthüllung traf uns noch härter.
„Señor“, flüsterte sie, „auch sie hat gegen Krebs gekämpft. Drei Jahre lang. Sie war hier zur Behandlung.“
Mir drehte sich der Raum. Julie hatte gegen den Krebs gekämpft, ohne es mir zu sagen.
Und meine Kinder hatten darauf bestanden, dass das Haus „nutzlos“ sei.
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